Journal of Okayama Medical Association
Published by Okayama Medical Association

<Availability>
Full-text articles are available 3 years after publication.

尿中有機酸ノ研究(第2報)加温,冷却,發熱時ノ成績

佐藤 靜馬 岡山醫科大學柿沼及北山内科教室
Thumnail 51_314.pdf 1.34 MB
抄録
Wenn die Schwankungen der Aussenwelttemperatur die Grenze des Wärmeregulationsvermögens der Warmblüter überschreiten, so kommt es sowohl zu Veränderungen der Körpertemperatur als auch zu Störungen des Stoffwechsels, besonders des Säurebasengleichgewichtes. Dies gilt auch von den im eigenen Körper eintretenden Störungen der Wärmeregulation, bei der Fieberung. Im letzteren Falle sind die Stoffwechselveränderungen als besond. hochgradig anerkannt; jedoch sind sich die Autoren darüber im einzelnen noch nicht ganz einig. Nach Barach u.a. besteht dabei Acidosis, während Koehler u.a. behaupten, dass dabei häufig eine Neigung zur Alkalosis besteht. Wie der Verfasser schon in der 1. Mitteilung angegeben hat, sind die meisten organischen Säuren im Korper als intermediäre Stoffwechselprodukte anzusehen und man kann aufgrund ihrer Beschaffenheit nach der Ausscheidung in den Harn das Saurebasengleichgewicht des Organismusses beurteilen. Von diesem Standpunkte beobachtete der Verfasser die Zustände des Stoffwechsels bei den Wärmeregulationsstörungen, wovon die vorliegende Mitteilung berichtet. Ergebnisse: 1) Um den Einfluss der Kälte zu prüfen, wurden die Versuchstiere (Kaninchen) in kaltes Wasser getaucht und unter einem Ventilator abgekühlt. Die Körpertemperatur sank von 38.6°-39.2°C bis auf 37°-36°C, bei einigen Fällen auch auf 34.5°C herab. Dabei verminderten sich sowohl die org. Sauren als auch die Wasserstoffionenkonzentration des Harns. Die Alkalireserve des Blutserums nahm gleichfalls ab. Aus diesem Ergebnis schliesst der Verfasser, dass die Kälte im Organismus dekompensatorische acidotische Zustände hervorruft. 2) Bei Erwärmung der Tiere liessen sich 3 Formen feststellen. a) Bei einer Erwärmung leichten Grades (38°C) wurde eine verminderte Ausscheidung der org. Säuren, eine Steigerung der Wasserstoffionenkonzentration des Harns und eine Vermehrung der Alkalireserve des Serums nachgewiesen. Eine Reihe von Autoren haben früher schon das Entstehen einer dekompensatorischen Acidosis bei Erwärmen nachgewiesen; der Verfasser hält die Verminderung der org. Säuren für eine Folgeerscheinung der bei leicht erhöhter Aussenwelttemperatur auftretenden Herabsetzung des Stoffwechsels. b) Bei einer Erwärmung mittleren Grades (40°-42°C) steigerte sich sowohl die Ausscheidung der org. Säuren als auch die Wasserstoffionenkonzentration des Harns. Dabei verminderte sich die Alkalireserve des Serums. Aufgrund dieses Ergebnisses lässt sich wohl schliessen, dass eine sog. akapniaischen Acidosis hervorgerufen wird und damit die Bildung der org. Säuren im Organismus sich vermehrte. c) Bei einer Erhitzung starken Grades (55°C) zeigten die Tiere Muskellähmungen sowie eine deutliche Vermehrung der org. Säuren im Harn. Senkung der Wasserstoffionenkonzentration des Harns und eine deutliche Verminderung der Alkalireserve des Serums liessen sick ebenfalls nachweisen. Dies konnte man leicht mit der Annahme erklären, dass durch die Steigerung der Korpereiweisszerlegung echte Acidosis hervorgerufen wird. 3) Bei der Fieberung durch Wärmestich, Typhusvaccininjektion oder Thermininjektion wurde im allgemeinen nach einer vorübergehenden Verminderung der org. Säuren eine deutliche Vermehrung derselben nachgewiesen. Die Wasserstoffionenkonzentration des Harns steigerte zuerst, sank dann aber ab. Desgleichen verminderte sich die Alkalireserve des Serums nach vorübergehender Zunahme. Aufgrund dieser Experimente scheint es dem Verfasser als hochst wahrscheinlich, dass im Anfangsstadium der Fieberung ein alkalosisches Stadium vorliegt, welches alsdann allmählich zum acidotischen Stadium übergeht.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489