Journal of Okayama Medical Association
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藥理學上ヨリ觀タル血液凝固ト中樞神經トノ關係ニ就テ(第1報)腦幹ニ作用スル藥物ノ影響

青山 勉 岡山醫科大學藥理學教室
Thumnail 49_1608.pdf 1.09 MB
抄録
Seitdem Molitor u. Pick bei der Untersuchung über die zentrale Regulation des Wasserstoffwechsels die Anwendung von Narkoticis versuchten und von ihnen dabei gefunden worden war, dass der Wasserstoffwechsel in hohem Masse von der Tätigkeit des Zwischenhirns abhängt und dass die Barbitursäureabkommlinge (wie Luminal, Veronal) vorwiegend die Zentren des Hirnstammes bereits in solchen Mengen be- täuben, die weder auf die Grosshirnrinde noch auf die allgemeinen motorischen Funk- tionen von irgendwelchem Einfluss sind, während die meisten anderen Narkotika eine Grosshirnnarkose herbeiführen, die selbst bei grosser Tiefe noch nicht die normale Funktion der Zentren des Hirnstammes beeinträchtigt, ist eine gewisse Anzahl von Untersuchungen über die zentrale Regulation verschiedener Stoffwechsel publiziert worden. Die Kenntnisse uber die zwischen Blutgerinnung und dem Zentralnervensystem bestehenden Beziechungen sind aber noch sehr lückenhaft. Deshalb hat der Verfasser eine Reihe von Forschungen nach dieser Richtung hin vorgenommen. In dieser Mitteilung hat er am Kaninchen den Einfluss der Hirnstammnarkotika (Veronal u. Luminal) auf die Blutgerinnung und dann den Einfluss derselben auf die Wirkung einiger Krampfgifte auf die Blutgerinnung untersucht. Die Resultate sind kurz zusammengefasst folgende: 1. Veronal und Luminal wirken auf die Blutgerinnung hemmend; sie bewirken eine Verzögerung der Gerinnungezeit und rufen eine Abnahme des Gehaltes an Gerinnungselementen, wie Fibrinogen und Thrombin, im Blute hervor. Dagegen wirken sie nicht mehr gerinnungshemmend, wenn sie direkt dem Blut in vitro zugesetzt werden. Die Hemmung der Blutgerinnbarkeit durch diese Substanzen findet also auf dem Wege über die an der Blutgerinnung beteiligten Organe statt, indem eine direkte Beziehung zwischen dem Blut und diesen Stoffen kaum vorhanden ist. 2. Die Krampfgifte, wie Picrotoxin, Santosol, Veratrin und Aconitin, wirken auf die Gerinnungszeit verzögerud und verursachen eine Abnahme des Gehaltes an den oben genannten Gerinnungskomponenten. Nach der beiderseitigen Durchschneidung der Nn. splanchinici tritt die gerinnungshemmende Wirkung dieser Gifte nicht mehr auf. Aus diesen Tatsachen geht hervor, dass diese Wirkung auf die Blutgerinnung zentraler, insbesondere sympathiecher Natur ist. 3. Die gerinnungshemmende Wirkung dieser Krampfgifte wird durch eine bestimmte Menge von Hirnstammnarkoticis hemmend beeinflusst. 4. Auf Grund dieser Tatsachen und der Analogie betreffs des Wasser- und Zuckerzentrums kann mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Steuerungszentren für die Blutgerinnung sich in einem bestimmten Teil des Zwischenhirns, wo sie durch Stammnarkotika gelämt werden, befinden und dass die Herabsetzung der Blutgerinnbarkeit durch diese Krampfgifte auf eine Erregung der betreffenden hemmenden Zentren zurückzuführen ist.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489