Journal of Okayama Medical Association
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1側腎動脈結紮ニ因ル他側腎臟ニ於ケル濱崎氏耐酸性顆粒ノ消長ニ就テ

Matuda, Kunisige
52_1635.pdf 3.2 MB
Abstract
Wenn die eine Seite von Geschwisterorganen künstlich exstirpiert oder ihre Arterie unterbunden wird, so ist es wohl denkbar, dass das anderseitige Organ morphologisch und funktionell eine gewisse kompensatorische Veränderung zeigen wird. Diese Tatsache ist schon bei der Kaninchenniere von Albu, Furuya und Ozawa nachgewiesen worden. Verfasser unterband die einseitige Nierenarterie des Kaninchens, und stellte durch die Hamazakische KFJ-Methode genaue histopathologische Untersuchungen an, um die durch die Ligatur erzeugte funktionelle Veränderung der anderseitigen Niere klar darzustellen und dadurch die Ausscheidungsstelle der saurefesten Substanz leicht erkennbar zu machen. Der Stoffwechsel saurefester Substanz, welchen Hamazaki neuerdings nachgewiesen hat, ist ganz spezifisch und ihr Endprodukt wird von der Niere aus im Harn ausgeschieden. Es interessiert dabei besonders festzustellen, dass welche morphologischen Veranderungen die säurefesten Granula verschiedener Nierenteile zeigen, und gleichzeitig in welchem Verhältnis diese Granula mit den durch die Ligatur verursachten histologischen Bildern der anderseitigen Niere stehen. Als Versuchstiere wurden 18 Kaninchen von ca. 2.5Kg. Körpergewicht benutzt. Man fixierte das Tier in Rückenlage, öffnete die Bauchhohle ohne Narkose, und schloss nach Unterbindung der linksseitigen Nierenarterie die Bauchdecke wieder. Jeweils 4, 8, 12, 16, 20 und 24 Stunden nach der Operation wurden 2 Kaninchen, ausserdem 2 Tiere 10 Tage nach der Operation, durch Luftembolie getötet. Die rechtsseitige Niere war in dreifacher Weise mit dem Hamazakischen Cr-, Cu- und Hg-Fixierungsmittel gehärtet, ein anderes Stuck derselben in Alkohol, der mit Cup. sulf. völlig wasserfrei gemacht wurde, 3 Tage lang gelegt und Paraffinschnitte hergestellt worden. Die nach der Hamazakischen Methode fixierten Präparate waren mit der KFJ-Methode sowie Hämatoxylin-Eosin gefarbt, auch die Differenzierung mit Barytwasser ausgeführt. Die mit Alkohol gehärteten Präparate waren mit Brillant Azurin B gefärbt. Ausserdem wurden als Kontrollversuch noch 4 Kaninchen benutzt, die 16 und 24 Stunden nach der Laparotomie, bei welcher einfach die Baucheingeweide blossgelegt und herumgerührt waren, getötet waren. Ergebnisse: 1) Wenn die einseitige Nierenarterie unterbunden wird, so zeigt die Verteilung säurefester Granula im anderseitigen Nierengewebe eine anffallende Veranderung. 2) 4 und 8 Stunden nach der Operation nehmen die säurefesten Granula meist in den Zwischen-und Hauptstücken zu, wo man normalerweise reichliche Granula zu finden pflegt. 3) Diese Granula sitzen näher an dem freien Epithelrand als an dem Basalteil. Sie quellen auf, konfluieren miteinander und losen sich deutlich auf; eine gewisse Anzahl von ihnen nimmt seinen Weg in das Kanälchenlumen. 4) Nach 16 und 24 Stunden nehmen die Granula an dieser Stelle allmahlich ab, und dann kommen abnorme eigentümliche säurefeste Granula im Epithel des Zwischen-und Schaltstücks, Sammelröhrehens und selten auch im Epithel des Ductus papillaris zum Vorschein. 5) In diesem Stadium werden in den Epithelzellen der Haupt-und Zwischenstücke merkwürdige regressive Kerndegenerationen, nämlich Chromatinentmischung, Chromatolyse, Chromatinauslaugung und Kernhydrops, sowie Trübeschwellung des Protoplasmas nachgewiesen, was vielleicht die durch die Überbelastung der betreffenden Funktion erzeugte Zelldegeneration sein dürfte. 6) Die in den Schaltstucken und Sammelrohrchen abnorm vorkommenden säurefesten Granula sind besonders reichlich in den einzeln verstreuten speaifischen Epithelzellen zu finden. Diese Zellen sind rundlich angeschwollen, ihre Kerne bisweilen von den Granula verdeckt, und in regressive Degenerationen verwandelt. 7) Diese Zellen sind, wenn durch das Hamazakische Cr-Fixierungsmittel gehärtet, mit Hämatoxy-lin-Eosin Färbung durch ihre auffallende Acidophilität leicht unterscheidbar. 8) 10 Tage nach der Operation sind diese spezifischen Zellen noch weiter nachweisbar, aber ihre Anschwellung sowie Kerndegeneration ist nicht mehr deutlich. Ausserdem nehmen hierbei die Bilder der Haupt- und Zwischenstücke wieder ein fast nomales Aussehen an. 9) Daraus dürfte sich die Annahme ergeben, dass die Ebstein- und Nicolaierschen Uratzellen teilweise mit den oben beschriebenen angeschwollenen Zellen übereinstimmen. 10) Wie bei der normalen Niere ist das Ausscheidungsbild an Cu-säurefester Substanz ganz deutlich. 11) Aus den oben angeführten Tatsachen kann man vielleicht den Ausscheidungsvorgang an säurefester Substanz etwa folgendermassen annehmen : bewegen sich die säurefesten Granula zum Bürstenrand, dann konfluieren sie in gröberen Sekretgranula miteinander und ordnen sich wie ein Rosenkranz an. Allmählich quellen und lösen sich die Granula zur amorphen säurefesten Substanz auf, um schliesslich in das Harnkanälchen überzugehen. Normalerweise bestehen diese Sekretgranula aus Cu-und Hg-säurefester Substanz, aber es wurde bei dieser Untersuchung festgestellt, dass sie ausserdem auch Cr-säurefeste Substanz in sich einschliessen. 12) Die Stagnation der säurefesten Substanz im Nierengewebe tritt nach der Ordnung von Hg-, Cu-und Cr- Granula auf, und ihr Schwund beginnt in umgekehrter Folge. 13) Gewöhnlich finden wir im dicken Teil der Henleschen Schleife eine ziemlich grosse Anzahl der säurefesten Granula, aber sie scheinen keinen direkten Zusammenhang mit der Ausscheidung säurefester Substanz zu haben. 14) Die durch einseitige Arterienunterbindung verursachte regressive Degeneration der Kerne in den Epithelzellen der anderseitigen Niere stellt meist eine lytische Veränderung dar. Demgemäss kann man hierbei keine Zunahme der typischen, endogenen säurefesten Granula konstatieren.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489