Journal of Okayama Medical Association
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膀胱ノ發生ニ就テ家兎胎兒ニ於ケル檢索

Ofuji, Toshiharu
Thumnail 47_3406.pdf 12.2 MB
Abstract
Von den Studien über die Eutwicklung der Harnblase, die bisher von einigen Autoren ausgeführt wurden, ist die Keibel'sche Arbeit die grösste und vortrefflichste, weshalb seine Theorie als Feststehend betrachtet und in weitem Masse zitiert wird. Wenn man aber eingehend nachforscht, so erkennt man, dass sie nicht immer lückenlos ist; deshalb habe ich unter der Leitung von Herrn Prof. J. Shikinami bei Kaninchenembryonen Untersuchungen angestellt, durch die zuerst die Aufteilung der Kloake und die weitere Entwicklung der Harnblase vollständig erklärt wurde. Die Embryonen, welche mir zur Verfügung standen, wurden zum grössten Teil in transversaler, einige wenige in sagittaler Richtung in 10μ dicke Schnittserien zerlegt. Nach dem Born-Peter' schen Wachsplatten-Rekonstruktionsverfahren wurden dann 16 Stück Modelle von 150 und 75 facher Vergrösserung angefertigt, welche meiner äusserst genauen Beobachtung die besten Dienste geleistet haben. Über die Aufteilung der Kloake habe ich im wesentlichen der Keibel'schen Ansicht beigestimmt; die Ergebnisse lauten folgendermassen: 1) Die ventrale und dorsale Aufteilung der Kloake wird hauptsächlich durch die absteigende Wucherung des Mesenchym in kranialer Sattelgegend bedingt; das Verwachsen der beiden Plicae urorectales ist nur eine leidend hervorgerufene Erscheinung. 2) Der Kloakenhohlraum teilt sich schon am 14. Befruchtungstage, wo das Septum urorectale die Kloakenplatte erreicht, in einen Urogenitalcanal ventralseits und einen Mastdarm dorsalseits. 3) Die Kloakenmembran formt die Kloakenplatte am 13. Befruchtungstage, die Urogenitalplatte sowie die Analplatte am 14. 4) Das Endstück des Wolff'schen Ganges erreicht die laterale Kloakenwand am 10. Tage in der 5. Stunde, und beide Lumina öffnen sich nach 10 1/2 Tagen gegeneinander. 5) Nach 11 1/2 Tagen kommen die Öffnungsteile der beiden Wolff'schen Gänge fächerartig sich erweiternd kranioventralwärts zusammen, als ob sie unmittelbar in den Urachus mündeten. 6). Der Schwanzdarm, welcher anfänglich kurz und dick ist, wird allmählich lang und schmal, sein Lumen verliert sich und geht endlich später als am 14. Embryonaltage zugrunde. 7) Der kraniale Teil des Urogenitalcanals, der sogenannte Allantoisschenkel, hat, wie Keibel meint, seinen Ursprung in der Kloake. Über die Entwicklung der Harnblase kann ich Keibel und einigen auderen Autoren nicht zustimmen; meine Theorie ist eine ganz neue; meine Resultate brachten folgende Schlüsse: 1) Die erste Harnblasenanlage entwickelt sich am 15. Befruchtungstage in einer dem Nabel naheliegenden Partie des Urachus. 2) Die Harnblasenanlage, das Urachussäckchen (Ofuji), nimmt an Länge kaudalwärts zu, infolgedessen wird die Harnblase mit dem grössten im Leib des Embryo gelegenen Teile des Urachus gebildet; der kleinste zwischen dem Urachussäckchen und dem Nabel gelegene Urachusteil soil künftig zum Lig. umbilicale medium werden. 3) Ein Teil der Blasenbasis wird vom Allantoisschenkel geformt, welcher seinen Ursprung in der Kloake nimmt; diese Partie wird wahrscheinlich dem Trigonum vesicae Lieutaudi entsprechen. 4) Am 17. Embryonaltage wird die Muskulatur in der Blasenwand bemerkt. 5) Die Uretermündungen, welche aufangs nahe den Wolff'schen Gängen liegen, dringen allmählich kranialwärts vor und gehen endlich in die Blasenbasis, und zwar in ihre hintere Seite, über. Diese Erscheinung geht durch die bedeutende Ausdehnung der kleinsten Partie des Allantoisschenkels vor sich, welche zwischen der Uretermündung und der Mündung des Wolff'schen Ganges liegt. 6) Durch diese Ausdehnung des Allantoisschenkels entsteht die primäre Harnröhre (Urethra im engeren Sinne). 7) Der krauiale Teil des Sinus urogenitalis, welcher die Wolff'schen Gänge empfängt, hat seinen Ursprung ebenfalls im Allantoisschenkel.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489