Journal of Okayama Medical Association
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Über die durch den konstanten galvanischen Strom verursachten Veränderung der Quellbarkeit der SCHMIDT=LANTERMANNschen Einkerbungen mit Berücksichtigung der Nervenfaserdicke

Tomozawa, Noboru
Thumnail 40_395.pdf 2.69 MB
Abstract
Bei Durchströmung des lebenden Nerven mit dem konstanten galvanischen Strome tritt eine Erscheinung auf, dass an der Kathode die Dicke der Nervenfaser grösser und die Quellbarkeit der Einkerbungen deutlicher wird als an der Anode. Dieser Befund ist fast ausnahmlos anzutreffen, wenn der lebende Nerv ohne Einträufelung irgend einer Lösung von einem Strom von 0.025-0.4 MA für 15-30 Minuten durchflossen wird. In diesem Fall ist es jedoch sonderbar, dass die Faserdicke und die Einkerbungsgrösse in der beim Versuche exponierten Strecke des Nerven im allgemeinen etwas kleiner zu sein scheinen als an anderen Stellen. Der Grund hierzu liegt wahrscheinlich darin, dass die Nervenfasern in der genannten Strecke infolge der Verdünstung während des Versuches etwas wasserarm werden. Der Unterschied zwischen der Anoden- und Kathodenstelle kann auch nach einer längeren oder kurzeren Durchstromung des Nerven angetroffen werden, doch ist der Befund hier nicht so eindeutig wie oben, indem die Kurve der Einkerbungen und die der Faserdicke meistens unregelmässig sind. Auch im Falle, wo RINGERSche Lösung oder 0.85%ige Kochsalzlösung während der Galvanisation des Nerven eingeträufelt worden ist, pflegt die Quellbarkeit der Einkerbungen an der Kathode auf und an der Anode abzusteigen, vorausgesetzt, dass ein mittelmässiger Strom (0.04-0.4 MA) nicht zu lange Zeit (innerhalb der 60 Minuten) gebraucht wird. Dabei wird die Faserdicke meistens an der Kathode grösser als an der Anode, indessen ist die Quellungserhöhung der Einkerbungen nicht einfach auf die Faservergrösserung zurückzuführen; denn die Einkerbungskurve läuft mit der Kurve der Faserdicke nicht genau parallel und es gibt wenn auch selten solche Fälle, wo die Faserdicke an der Anode grösser oder wenigstens dieselbe ist wie an der Kathode, obwohl die Einkerbungsgrösse an der letzteren viel mächtiger ist. Wenn man aber einen besonders starken Strom anwendet oder einen mittleren Strom besonders lange wirken lässt, so pflegt die Quellbarkeit der Einkerbungen an der Kathode abzusinken, während sie an der Anode manchmal aufsteigt. Wahrscheinlicher Grund hierzu ist, dass der Reservesauerstoff in den Einkerbungen wegen der Erregungssteigerung an der Kathode früher oder später verbraucht wird und infolge dessen die Quellbarkeit der Einkerbungen gegen Formalin herabsinkt im Gegensatz zur Anodenstelle, wo die Membranverdichtung und Erregungserniedrigung zur eventuellen Saurestoffdeponierung Anlass geben, welche ihrerseits die Quellbarkeit der Einkerbungen erhöht. Ganz anders verhält sich die Sache, wenn man bei der Galvanisation des Nerven eine 0.8% ige KochsalzlÖsung, welche CaCl2 im Verhältnis von 0.1 Prozent enthält, eintropft. In diesem Falle macht sich in erster Linie die membranverdichtende Wirkung von CaCl2 geltend, welche nur durch die Kathodenwirkung eines stärkeren galvanischen Stromes überwogen wird. Daher nimmt die Faserdicke ab und die Einkerbungsquellbarkeit wird undeutlicher in der beim Versuche exponierten Strecke des Nerven, welcher von einem schwächeren konstanten Strom durchflossen wird. Dagegen tritt die Auflockerungserscheinung der Membran an der Kathode zutage, u. z. mit einem Befund, dass hier sowohl die Faserdicke als auch die Einkerbungsgrösse mächtiger ist, wenn man dem Nerven einen stärkeren Strom zuschickt. Die Befunde des Versuches mit Einträufelung einer 1.15% igen Kalichloridlosung waren etwas unbeständig. So viel ist aber wahrscheinlich, dass hier die Quellbarkeit der Einkerbungen bei einer schwächeren Durchströmung des Nerven an der Kathode auf und an der Anode absteigt, während umgekehrtes Verhältnis bei einer stärkeren Durchströmung stattfindet. Die membranauflockernde Wirkung von KCl scheint bei einer schwächeren Durchströmung des Nerven mit der Kathodewirkung des Stromes zusammen, bei einer stärkeren Durchströmung aber mit der Anodenwirkung zusammen auf die Nervenfasern einen günstigen Einfluss auszuüben. Was endlich den Versuch mit Einträufelung einer 5.5% igen Traubenzuckerlösung betrifft, so kann ich gar nichts bestimmtes angeben. Es scheint, als ob hier die Reaktion der lebenden Nervenfasern gegen den konstanten galvanischen Strom nicht zur Geltung komme. Zum Seblusse erfulle ich bier die angenebme Pflicht, Herrn Prof. K. KOSAKA für seine freundliche Leitung und Anregung und Herrn Dr. F. Brrö für seine liebenswürdige Unterstützung bei dieser Arbeit meinen verbindhchsten Dank auszusprechen.
Note
原著
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489